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Wie kann ich ohne Studium der Evangelischen Religionspädagogik trotzdem Religionslehrerin/ Religionslehrer werden?
 

Quereinsteiger gesucht

Haben Sie einen qualifizierten BachelorAbschluss, hohe Fachkompetenz und Praxiserfahrung, hohe Sozialkompetenz, hohe kommunikative Kompetenz, hohe Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, persönliche Stärken wie Geduld, Toleranz, Humor und ein positives Menschenbild?

Das sind Eigenschaften eines Qualifikationsprofils, die das Niedersächsische Kultusministerium für ein neues Ausbildungsprogramm bei zu qualifizierenden Lehrkräften ohne pädagogische Ausbildung erwartet.
Es gibt viele Wege und Ausbildungsmöglichkeiten, Lehrerin/Lehrer an einer Berufsbildenden Schule zu werden.

Hier ist die berufsbegleitende Qualifizierung von Inhaberinnen und Inhabern eines Bachelorgrades oder eines Fachhochschuldiploms zum Erwerb der Lehrbefähigung für das Lehramt an Berufsbildenden Schulen in Fachrichtungen des besonderen Bedarfs gemeint. Gesuchte Fachrichtungen sind derzeit Metalltechnik, Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik, aber auch Pflegewissenschaften und in Einzelfällen andere Fachrichtungen. Die Qualifizierung findet für drei Jahre zu unterschiedlichen Anteilen an einer Berufsbildenden Schule mit in der Regel 13 Stunden Unterricht pro Woche, einer 18 Monate langen Begleitung durch ein Studienseminar mit einem fachdidaktischen Seminar für die jeweilige berufliche Fachrichtung und dem Besuch eines pädagogischen Seminars sowie an einer Universität mit einem berufsbegleitenden Studium in Berufspädagogik und einem Unterrichtsfach statt.

Für die zu qualifizierenden Lehrkräfte wird, ausgehend von einer Regelstundenzahl von 25,5 Unterrichtsstunden pro Woche, für die Erreichung der Studienleistungen und für die Teilnahme an den Seminarveranstaltungen eine Freistellung im Umfang von 12,5 Unterrichtsstunden gewährt. Unterrichtet wird in den unterschiedlichsten Schulformen wie Berufsschulen, Berufsfachschulen, Berufseinstiegsschulen, Fachoberschulen, Berufsoberschulen, das Berufliche Gymnasium und die Fachschulen. Für das Unterrichtsfach bewirbt das Kultusministerium in einem Faltblatt neben Politik auch das Fach Ev. Religion. Bewerber können diese Fächer an einer Universität, wobei auch ein Fernstudium möglich wäre, belegen. Die Lehrkräfte werden in ihrem gewählten Unterrichtsfach erst nach der erbrachten Studienleistung unterrichtlich eingesetzt. Besonders das Fach Ev. Religion, mit seit Mai 2015 aktuell 19 Lehrerinnen/Lehrern im Vorbereitungsdienst, verteilt auf die fünf Seminarstandorte Braunschweig, Hannover, Oldenburg, Osnabrück und Stade, benötigt dringend personellen Zuwachs. Während der Qualifizierungsmaßnahme wird die Lehrerin/der Lehrer nach E 10 TV-L vergütet. Vorgesetzte oder Vorgesetzter der zu qualifizierenden Lehrkraft ist die Schulleiterin

oder der Schulleiter der Schule, an der die zu Qualifizierenden überwie- gend unterrichten. Die Schulleiterin/der Schullei- ter trägt die Gesamtver- antwortung für die Quali- fizierung der Lehrkräfte während der gesamten Qualifizierungsphase. Sie/ er koordiniert die Quali- fizierung durch Schule, Universität und Studien-

seminar und stellt vor der Entscheidung über die Bewährung in der Probe- zeit fest, ob die gesamte Qualifizierung erfolgreich abgeschlossen wurde.

Die Niedersächsische Landesschulbehörde die Lehrkräfte zu Beginn ihrer Tätigkeit einem Studien- seminar für das Lehramt an Berufsbildenden

Schulen zu. Nach einem erfolgreichen Abschluss dieses Ausbildungsprogrammes schließt sich für sechs Monate ein Vorbereitungsdienst an. Dieses sogenannte Referendariat, das wiederum in der Schule und am Studienseminar stattfindet, wird mit einer Staatsprüfung beendet. In diesem Zeitraum werden zusätzlich Veranstaltungen des fachdidaktischen Seminars für das Unterrichtsfach angeboten. Im Verbund mit den Schulen ist das Studienseminar der Ort, an dem wissenschaftlich erworbenes Berufswissen zur Berufsfähigkeit entwickelt und zu eigenständigem, wissenschaftlich fundiertem Berufshandeln ausgebaut wird. Im Mittelpunkt des Ausbildungsprozesses stehen der Erwerb theoretisch reflektierten Praxiswissens und der Aufbau entlastender Handlungsroutinen. Studienseminare unterstützen den Professionalisierungsprozess von Lehrerinnen und Lehrern ohne Lehramtsausbildung durch pädagogisch-didaktische Qualifizierungen. Lehrerinnen und Lehrer wiederum fördern eine umfassende berufliche Handlungskompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler. Insbesondere Unterrichtsfächer, wie z.B. das Fach Ev. Religion, orientieren sich dabei begleitend auch an den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler in ihrer Berufs-, aber auch ihrer ganz privaten Alltagswelt vor dem Hintergrund der vielfältigen Anforderungen unserer Gesellschaft und der Prämisse christlicher Orientierung.

Nach erfolgreichem Abschluss der Staatsprüfung wird die Lehrerin/der Lehrer in das 2. Einstiegsamt der Laufbahngruppe 2 der Fachrichtung Bildung eingestellt. Die Amtsbezeichnung lautet „Studien-rätin/Studienrat für das Lehramt an Berufsbildenden Schulen“. Die Besoldung erfolgt nach A13 des Niedersächsischen Besoldungsgesetzes.

Ina Begert-Brockstedt

Fachleiterin am Studienseminar Hannover für das Lehramt an Berufsbildenden Schulen